Wasser

Wasserverband Peine erhöht Investitionen

Nach 30 Millionen Euro in diesem Jahr sind 45 Millionen Euro im kommenden Jahr geplant. Schwerpunkte sind Infrastruktur, Digitalisierung, Fachkräfte und Nachhaltigkeit.
11.12.2023

Der Wasserverband Peine hebt die Wasser- und Abwassergebühren für die meisten Gemeinden leicht an (im Bild der Marktplatz von Peine).

 

Knapp 45 Millionen Euro wird der Wasserverband Peine im kommenden Jahr in den Erhalt der Infrastruktur sowie die Weiterentwicklung von Netzen und Anlagen investieren. 12,1 Millionen Euro sind für den Trinkwasser-Bereich und 32,7 Millionen Euro für den Abwassersektor im Wirtschaftsplan eingestellt. Daneben wird sich der Verband den Themen Digitalisierung, Fachkräfte-Weiterentwicklung und Energieerzeugung (Photovoltaik) widmen.
 
Die hohen Energie-, Material- und Personalkosten (Tarifabschluss) sowie die steigenden Zinsniveaus haben bereits zu deutlichen Mehrkosten geführt und der Trend hält weiter an, so dass 2024 in diversen Tarifgebieten sowohl im Trinkwasser (Trinkwasser solidar) wie auch beim Abwasser (diverse Tarifgebiete) Gebührensteigerungen notwendig werden, um kostendeckend zu arbeiten, wie der Wasserverband Peine mitteilt.

Digitale Beantragung von Hausanschlüssen

Im vergangenen Jahr lagen die Investitionsausgaben bei 30 Millionen Euro, vorwiegend in die Leitungssysteme und wasser­tech­nischen Anlagen. Außerdem gab es Fortschritte bei dem den ganzen Verband umfassenden Digitalisierungsprojekt. „Im nächsten Jahr werden wir zum Beispiel die Beantragung von Hausanschlüssen digital anbieten können. Auch in internen Prozessen, vom Einkauf über die Rechnungsbearbeitung bis zur Wartungsplanung von Armaturen, sind digitale Lösungen vorangetrieben worden“, so Geschäfts­führer Olaf Schröder.

"Neben dem Netzerhalt und der Digitalisierung ist die Fachkräftegewinnung ein herausragendes Thema, dem wir uns auch im neuen Jahr weiter widmen werden“, blickt Schröder voraus. „Unsere Fort- und Weiterbildungsangebote werden bereits gut angenommen. Hier werden wir unser Engagement weiter intensivieren, um unsere Fachexpertise im Haus zu erhalten und auszubauen“, so Schröder.

Einspeiseoption für grünen Strom wird geprüft

Ein Herzensthema für Verbandsvorsteher Lutz Erwig und Schröder werde 2024 einen entscheidenden Schub erhalten: Für die Nutzung regenerativer Energiequellen habe es gesetzliche Einschränkungen für den Verband als kommunaler Dienstleister ohne Gewinnerzielungsabsicht gegeben. „Wir konnten zwar schon CO2-neutralen Strom in einer Ausschreibung sichern, aber bislang noch nicht in größerem Maß selbst Energie erzeugen“, erläutert Schröder den Hintergrund.

„Nun endlich gibt uns die Gesetzgebung auch als Wasserverband die Chance, regenerative Energie zu erzeugen. Kleinere Windkraftlösungen sind leider nicht zielführend, das haben wir geprüft, dafür haben wir auf unseren Anlagen viele freie Flächen, die wir für Photovoltaik-Lösungen nutzen wollen“, kündigt der Geschäftsführer an.

Auch am Hauptverwaltungsstandort in Peine wolle man etwa den Betriebshof zur Energieerzeugung nutzen. „Gern würden wir als nachhaltig agierender Verband unser Potenzial für regionale, grüne Energie zur Verfügung stellen, um nicht nur eigene Anlagen zu versorgen, sondern auch überschüssigen Strom einzuspeisen. Ob wir dieses Potenzial einbringen dürfen, wird derzeit noch rechtlich geprüft.“ (hp)